Diagnose und Therapiezentrum: Ambulatorium Sonnenschein

Ausgangspunkt für das Ambulatorium Sonnenschein war die Elterninitiative „Verein Sonnenschein“, welcher von Robert Holovsky für behinderte Kinder und Jugendliche im Oktober 1990 gegründet wurde. Die unzureichenden Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten für diese Kinder im damaligen Krankenhaus der Stadt St. Pölten und die weiten Anfahrtswege zu den vorhandenen Ambulatorien in Wien ließen sehr rasch den Wunsch nach einer
entsprechenden Einrichtung in St. Pölten entstehen. Bereits im Dezember 1991 wurde unter dem Obmann HR OMR Dr. Franz Todter zum Zweck der Errichtung und Betreibung eines selbständigen Ambulatoriums ein privater und gemeinnütziger Trägerverein gegründet. Im Mai 1995 wurde nach Adaptierung eines geeigneten Hauses mit dem Betrieb des „Ambulatoriums Sonnenschein“ in der Birkengasse in St. Pölten begonnen.

Zweck und Ziel war und ist es, unseren Kindern und Jugendlichen ein weitgehend selbstbestimmtes und eigenständiges Leben und damit auch die Teilnahme am sozialen Umfeld zu ermöglichen! Der Betrieb in der Birkengasse konnte mit 80 PatientInnen aufgenommen werden. Bereits im November 1995 konnten etwa 250
PatientInnen ärztlich begutachtet und davon 150 PatientInnen in laufende Therapie übernommen werden. Bis zum Jahr 2000 wurden insgesamt ca. 1600 PatientInnen im Ambulatorium Sonnenschein betreut.

Die Kapazität des bestehenden Hauses war sehr bald erschöpft, einige dringend notwendigen Therapiearten konnten aus Platzmangel nicht oder nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden. Die Infrastruktur war mangelhaft, es fehlten unter anderem entsprechende Archivräume, sodass ein Neubau dringend notwendig wurde. Nach längerer Suche wurde auf einem von der Gemeinde St. Pölten in günstiger Lage zur Verfügung gestelltem  Grundstück im Juni 2004 mit dem Bau des neuen Hauses begonnen. Auf dem ca. 3000 m² großem Grundstück wurden 1100 m² verbaut Im November 2005 fand die Übersiedlung statt. Seit daher ist das neue Ambulatorium am Standort Eichendorffstraße 48 am Eisberg in Betrieb.

Die Kapazität konnte von ca. 400 auf die Betreuung von ca. 800 Patienten pro Quartal erhöht werden. Im Jahresschnitt werden etwa 1700 Patienten im Ambulatorium Sonnenschein mit individueller Intensität und Dauer behandelt. Bis zum heutigen Tag wurden von uns seit der Eröffnung im Jahr 1995 rund 7000 Kinder und Jugendliche betreut.

Unser Therapieangebot umfasst Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Psychologie und Frühförderung Es ist uns ein großes Anliegen, die Qualität des Therapieangebots für unsere Kinder und Jugendliche durch ständige Fort- und Ausbildungen des medizinischen und therapeutischen Personals auf hohem Niveau zu halten, aber auch das Therapieangebot laufend zu erweitern.

Um die Therapie noch effektiver und abwechslungsreicher zu gestalten wurde im Juni 2011 der Therapiegarten mit einem Rollstuhlparcours eröffnet. Dieser dient unseren schwer behinderten Patienten und deren Betreuungspersonen zum Training verschiedener Alltagssituationen (Rampe, Bordsteinkante) im geschützten
Rahmen unter Anleitung eines/er Therapeut/In. Dies gilt ebenso für das Gehtraining beim speziell ausgeführten Weg mit Handlauf, wovon auch unsere Patienten in der Rehabilitation nach orthopädischen Operationen, onkologischen Erkrankungen oder Traumen profitieren.

Allen unsere Patienten bieten die vielfältigen Sinneserfahrungen (Sand, Wasser, Berührung der Pflanzen, Duft usw.) eine enorme Bereicherung ihrer Wahrnehmung auf allen Ebenen. Schaukeln und Rutschen ermöglichen motorische Weiterentwicklung und Anregung durch das Angebot vestibulärer Reize. Feinmotorische Aktivitäten werden möglich, die PatientInnen erleben sich handlungskompetent, z. B. durch Aktivieren einer Wasserpumpe.
Kinder mit Schwierigkeiten im Sozialkontakt wird in Gruppentherapien das Training sozialer Kompetenzen ermöglicht. Nicht zuletzt stellt der Therapiegarten für therapiemüde Kinder und Jugendliche eine enorme Motivation und neuen Anreiz dar – Grundlage für das Gelingen einer Therapie!

Im Jahr 2012 wurde unter der Geschäftsführung von Dir. Robert Holovsky mit dem Umbau des bisher ungenutzten
Untergeschosses begonnen. Ein Musiktherapieraum, ein zweiter Gruppentherapieraum sowie diverse Nebenräume wurden geschaffen. Weitere Umbauarbeiten im Untergeschoss erfolgten bereits zwei Jahre später. Mit Ende des Jahres 2014 waren die Arbeiten abgeschlossen und unser Haus durch eine Therapieküche, zwei weiteren Therapieräumen und einem Lagerraum erweitert.

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