Nutzung des Therapiegartens in der Ergotherapie-

Nutzung des Therapiegartens in der Ergotherapie

  • In der Ergotherapie wird der Therapiegarten hauptsächlich im Einzelsetting genutzt.
  • Das Hauptziel in der Ergotherapie ist die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag. Für die meisten Kinder zählt „im Garten sein/spielen“ zu ihrem Alltag; daher ist er in der Ergotherapie durchaus von großer Relevanz.
  • Außerdem ist der Therapiegarten für viele Kinder ein großer Motivationsfaktor und kann auch immer wieder als Belohnung eingesetzt werden. Viele Kinder merken dann gar nicht, dass an ihren Defiziten gearbeitet wird.
Folgende ergotherapeutische Maßnahmen werden im Therapiegarten angewendet:
  • Verbesserung der Handlungsplanung und Ideation in neuen Handlungsräumen
    Für Kinder mit Schwierigkeiten in der Handlungsplanung schafft jede neue Situation eine große Herausforderung. Der Therapiegarten bietet den optimalen Raum, um Ideen im Bezug auf den Garten zu erarbeiten, zu planen und schlussendlich umsetzen zu können. Durch das Zusammentreffen mit Anderen im Gruppensetting können sich die Kinder immer wieder Ideen voneinander abschauen (für weitere Spiele, bei Problemen – wie lösen das andere Kinder, etc.)
  • Verbesserung der taktilen Reizverarbeitung
    Kinder, die den taktilen Sinn betreffend überempfindlich reagieren, können solche Reize besser tolerieren, wenn sie sich in einer für sie interessanten Umwelt befinden. Der Garten bietet für viele Kinder genau diese interessante Umwelt. Um am taktilen System arbeiten zu können, nutzen wir vorwiegend die Matschstelle - dies wäre in der „Indoor Behandlung“ nicht möglich. Auch das Malen mit Straßenmalkreiden ist erst durch den Therapiegarten möglich geworden.
  • Verbesserung der Aufmerksamkeit und der sozialen Kompetenzen
    Im Garten trifft man immer wieder auf andere Kinder und TherapeutInnen. Für viele Kinder ist das eine große Herausforderung, da man auf diese Rücksicht nehmen muss bzw. trotz ablenkenden Faktoren bei seiner Aufgabe bleiben soll. Auch das Einbeziehen anderer Personen ins eigene Spiel kann so geübt werden.
  • Verbesserung der Grobmotorik und koordinativen Fertigkeiten
    Verschiedene Ballsportarten, Hüpfspiele, Roller- und Radfahrtraining sind im Therapiegarten besser bzw. überhaupt erst möglich. Der Garten bietet einerseits die nötige Sicherheit (bzgl. Straßenverkehr, etc.), andererseits gibt es aber ähnliche Bedingungen wie im Alltag (z.B. im eigenen Garten, auf der Straße).
  • Einschätzen von Gefahren, sich an Regeln halten
    Diese Komponente erhält im Garten noch einmal eine andere Bedeutung, da es hier viele Gefahren gibt, die in den Therapieräumen nicht vorhanden sind. Da „im Garten sein“ für viele Kinder Alltag ist, ist es für diese wichtig zu lernen, wie man sich im Garten zu verhalten hat, welche Gefahren es gibt und was zu beachten ist.

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